Oleavitikultur
Die Rückführung der monokulturalen Bewirtschaftung durch Flurbereinigungen zu Mosaiklandschaften mit positiven Interaktionen zwischen Bäumen und landwirtschaftlichen Flächen – in diesem speziellen Fall von Weinreben und Olivenhaine in einer „Oleavitikultur“ – geht mit diversen Vorteilswirkungen einher. Diese können bis zu einer Reichweite von bis zu 100 m wirken und stärken das Ökosystem in vielfältiger Weise.
Wasserhaushalt:
- optimierte Regenwasserspeicherung durch erhöhte Porösität und Aeration des Bodens mit Verbesserung der Wasserzirkulation
- hohe Wasserhaltekapazität über das Wurzelsystem
- Verfrachtung von Tiefenwasser in oberflächliche Regionen
- Kühlung durch Blatt-Evapotranspiration
- Beschattung des Bodens als Wärmepuffer
Kohlenstofffixierung:
- CO2-Speicher in Biomasse und Boden
Stabilisierung und Stärkung der Biodiversität:
- Habitat und Schutz für Insekten, Fledermäuse, Eidechsen etc.
- Nisthilfe
- Bodenamelioration mit Diversifizierung und Erhöhung der makro- und mikrobiologischen Aktivität
Von genannten Veränderungen profitieren die nahe stehenden Rebstöcke bereits indirekt. Zudem können Rebe und Baum organisch miteinander kommunizieren. Diese sogenannte Mykorrhizierung - ein verbindendes unterirdisches Netzwerk von Bodenpilzen, das mit den Geflechten von Baum- wie auch Rebwurzeln in symbiotischen Kontakt tritt - erschließt den Wurzeln ein bis zu zehnmal größeres Bodenvolumen als das der Wurzeln allein. Die Mykorrhiza optimiert Wasser- und Mineralienaufnahme und erhält vom Baum im Austausch Zucker und Kohlenstoffverbindungen. Im Rahmen der Oleavitikultur kann sie sich als Brücke zwischen Olivenbaum und Rebe etablieren. Vorgenannte Mechanismen stabilisieren die Gesundheit des Rebstocks und des Olivenbaums, u. a. durch Steigerung der natürlichen Abwehrkräfte und machen sie somit resilienter gegen biotische und abiotische Stressoren.