Minimalinvasiver Olivenanbau
Maximaler Freiraum für Baum und Natur
Der grundkonzeptionelle Gedanke besteht darin, aufgrund der aktuellen Daten- und Studienlage in allen Bereichen und Techniken des Olivenanbaus möglichst wenig in das lokale Biom einzugreifen (s.o., vgl. Weinbau). Hieraus ergibt sich eine im Sinne der Nachhaltigkeit optimierte Gesundheit und Standdauer der Olivenbäume einerseits. Andererseits wird der Natur u.a. bei minimalem CO2-Imprint ohne Verwendung fossiler Brennstoffe größtmöglicher Freiraum belassen.
Voraussetzung Terroir
- mikroklimatisch günstige Situation durch süd-ausgerichtete, windgeschützte Tallagen der Olivenhaine (65/13 Bäume)
- hoher Lichtgenuß von ca.2600 Stunden p.a. (Ihringen), Tendenz steigend
- Kaltluft-Abfluß durch Geländegefälle
- gut drainierender Lößboden ohne Staunässe
Als Beitrag zur Wiederbelebung der alten Kaiserstühler Mischlandschaften im Sinne der Oleavitikultur wird u.a. die Biodiversität erhöht und symbiotische Beziehungen zwischen Baum und Rebe gefördert.
„Integraler Bestandteil dieses Konzeptes der händischen Arbeit ist es auch, den Olivenbäumen, den Tieren wie auch dem Menschen in dieser natürlichen Umgebung Ruhe zu gewähren.“
Erziehungsform
- die Bäume wurden im Frühjahr 2018 in Andalusien in üblicher Weise auf Stock gesetzt, wodurch aufgrund ihres hochgradigen Austriebsvermögens eine Rejuvenation angestoßen wurde
- um eine risikolose Olivenernte ohne Leitern zu ermöglichen, wurden nur Halbstämme erworben
- die Bäume werden auch in Zukunft niedrig und zu den Seiten ausladend gehalten
"Zielpunkt ist die möglichst gute Durchlichtung des Laubwerks, die zur Entwicklung der Frucht nötig ist."
Formschnitt
- der erste Schnitt erfolgte im Frühjahr 2024, wobei die Anzahl der Hauptäste auf drei pro Baum reduziert wurde
- im Frühjahr 2025 wurden die Baumkronen durch eine zentrale Auslichtung des buschartigen Astwerks zu einer vasenartigen Form umerzogen
Pflanzenschutz
- durch Import der Bäume mit Gesundheitspässen und bei absoluter Insellage ist kein Infektionsdruck zu erwarten
- kein Eintrag von Herbiziden oder Pestiziden
- insbesondere auch keine Kupfer-Anwendung gegen den falschen Mehltau der Olive, die andernorts auch in Anlagen zur Herstellung absoluter Premiumöle praktiziert wird (vgl. Weinbau)
- händisches Auslesen vereinzelt infizierter Blätter
Selektive Bewässerung
- Wasserversorgung über mehrere Großtanks mit Zapfstellen im Feld sofern erforderlich
- gezielte Schlauchirrigation der einzelnen Bäume nach Bedarf durch direkt an den Wurzelballen anliegende Bewässerungsröhren, die auch der Bodenbelüftung zuträglich sind
- folglich nur minimaler Verbrauch der immer wichtiger werdenden Ressource „Wasser“ durch Verdunstung oder unnötige Bewässerung
Ernte
Die Halbstamm-Architektur ermöglicht die Ernte ohne Leiter. Die Oliven werden ausnahmslos von Hand direkt in Bauchwannen gepflückt, es erfolgt keine übliche Verwendung von Netzen, Rechen oder anderweitiger Hilfsmittel.
- das Astwerk erleidet keinen Schaden, es gehen kaum Blätter verloren
- durch den besonders schonenden Umgang werden Druckschäden vermieden
fehlerhafte Oliven werden vorort hochspezifisch ausselektiert und verworfen