Ein Flecken „Toskanische Sehnsuchtslandschaft“
inmitten Kaiserstühler Reben
„Durch Bepflanzung einiger nicht mehr bestockter Terrassen und Serpentinen in pittoresker Lage konnte ich mir den Wunsch erfüllen, das Areal im Ihringer Bühl durch Anlage zweier Olivenhaine landschaftsgestalterisch zu entwickeln - ihre Schönheitsanmutung mit den knorrigen, 80 bis 100 jährigen Bäumen und dem im Wind silbern scheinenden Blattwerk kann man sich kaum entziehen - es öffnet sich ein immersiver, mediterran anmutender Ausblick über Reben, Zypresse und Olivenbäume in die Rheinebene."
Sortenwahl (Herkunft Andalusien)
- Pflanzung von 78 80 - 100 jähriger Olivenbäume mit hoher Stammreserve
- selektierte Zweisortenkultur mit komplementären Picual- und Arbequina-Bäumen
- bedingte Blattwerk-Frosttoleranz bis -12 Grad C
- hohe bilaterale Bestäubungseffizienz
- früher Reifeeintritt, durch den eine mögliche Olivenölherstellung realistisch wird
- Nachhaltigkeit durch Entnahme, Rejuvenationsrückschnitt und Neupflanzung anstatt der in Andalusien anstehenden Rodung und Verbrennung
Zuhnehmende adversive Klimaeffekte
- Wind aus unterschiedlichsten Richtungen, der vom Olivenbaum nicht geschätzt wird
- frühe Wärme im Jahr, die den Saftfluß und das Einsetzen des Triebwachstums anstößt, so daß letzteres bei unveränderter Frostgefahr bis Mitte Mai gefährdet bleibt (vgl. Weinbau)
- extremere sommerliche Wetterlagen, die bei nasseren und kühleren Verhältnissen die Fruchtausreifung und Ölbildung beeinträchtigen
- Hitze während der Blüte, die die Effloreszenzen austrocknet
- insgesamt höhere Anfälligkeit des Olivenbaums da er im Gegensatz zu Rebe und Feige, die blattlos in Ruhe sind, als Immergrüner u.a. durch Evapotranspiration und unzureichende Wasserzufuhr gefährdet ist
Als besonders problematisch erweisen sich aber die immer häufiger in den jährlichen Übergangszeiten und im Winter binnen weniger Tage auftretenden, extremen Temperaturschwankungen von bis zu 25C, auf die der Olivenbaum mit grünem Blattfall bis zum Totalverlust reagiert.
- der Verlust der im Blattwerk gespeicherten Energie kann insbesondere junge Bäume auszehren
- die zur Energiegewinnung benötigte Photosynthesefläche kann maßgeblich verringert werden
- im Folgejahr versucht der Baum dieses Defizit durch rein vegetatives Wachstum mit Ausbildung neuer Triebe und Blätter zu kompensieren
- dies kann zu einem Totalausfall der Ernte führen
- diese Phänomene können noch durch die die olivenbaum-typische Alternanz überlagert werden
"Unter Berücksichtigung dieser Aspekte scheint ein kommerzieller Olivenanbau in Deutschland aufgrund des Klimawandels wider Erwarten erheblich risikobehaftet - er ist kein Selbstläufer."