Weingärten

"Physiologischer" Rebschnitt

Ein zentraler Fokus des  Rebschnitts liegt auf der Vermeidung von Eintrocknungen und resultierenden Engstellen, die den Saftfluß kompromittieren würden.

Die beschriebene Methodik führt bei korrekter Ausführung zu wenigen kleinen und oberflächlichen Wunden, die keinen wesentlichen Phytostress hervorrufen, die Strombahn der Rebe nicht beeinträchtigen und folglich unter flußtechnischen, phytosanitären Gesichtspunkten vorteilswirksam sind.

Einjähriges Holz

Der Anschnitt des einjährigen Holzes – der Triebe des Vorjahres – erfolgt unter Belassung der Krone am Triebansatz. Hierdurch entsteht eine sehr oberflächliche Eintrockung, die die zentrale Flußbahn nicht beeinträchtigt. Wird die Krone im Sinne eines „Coup rasee“ im Niveau des Internodium reseziert, kommt es zu einer tieferen Austrocknung, die zu einer Engstelle führt und den Saftfluß behindert.

Einjähriger Rebschnitt

Zweijähriges Holz

Der Anschnitt des 2-jährigen Holzes des Vorjahres hingegen erfolgt nicht auf dem Niveau des Abgangs des übergeordneten Astes, sondern unter Belassung eines Stumpfes, der eine Länge von nicht unter dem doppelten Querschnitts aufweist. Die folgende Austrocknung des Stumpfes reicht bis direkt an, aber nicht in den Ast des Entstehungs-Internodium, so dass dessen Saftfluß nicht kompromittiert wird.

Mehrjähriger Rebschnitt

Mehrjähriges Holz

Selbige Vorgabe gilt für den Schnitt an mehrjährigem Holz im Kopfbereich und verhindert u.a. die typische Verkahlung des Kopfbereiches mit allen negativen Folgen (s. Phytochirurgie). Bei Nichteinhaltung entstehen die bekannten, nach alter Methode geschnittenen verkahlten Köpfe mit allen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit des Rebstocks.

 „Der im verkahlten Kopfbereich (s.o.) durch Engstellen und Umgehungskreisläufe kompromittierte Saftfluß wird durch den "physiologischen" Rebschnitt durch eine unbeeinträchtige und kräftige Versorgung ersetzt - von der Wurzel bis zu den Triebspitzen.